Container richtig beladen – Was darf rein, wie voll und worauf müssen Sie achten?
von Marcel v. Appen
Wer einen Container bestellt, will sein Material so schnell und günstig wie möglich loswerden. Das ist nachvollziehbar. Aber wenn der Container falsch beladen ist, darf der Fahrer ihn nicht mitnehmen. Dann wird es oft teurer und umständlicher als nötig. Das Material muss wieder abgeladen werden. Oder es folgt eine Umdeklaration des Inhalts mit höheren Entsorgungskosten. In diesem Beitrag erkläre ich, worauf es bei der Beladung im Containerdienst wirklich ankommt und wie Sie typische Fehler von Anfang an vermeiden.

Warum die richtige Beladung so wichtig ist
Die Ladekante eines Containers ist keine Empfehlung, sondern eine Grenze. Nichts darf darüber hinausragen, weder in der Höhe noch an den Seiten. Lange Gegenstände, die über den Rand stehen, machen den Container nicht transportfähig. Der Fahrer darf ihn dann schlicht nicht fahren, weil es gefährlich für den Straßenverkehr wäre.
Ob ein Container noch transportfähig ist, entscheidet der Fahrer vor Ort. Er prüft, ob er den Behälter sicher mit einem Netz bedecken kann und ob keine Gefahr für andere Verkehrsteilnehmer besteht. Diese Entscheidung liegt beim Fahrer. Schließlich ist es auch sein Führerschein, der auf dem Spiel steht. Wird ein überladener LKW von der Polizei kontrolliert, drohen dem Fahrer ernsthafte Konsequenzen.
Für den Kunden bedeutet das: Wenn der Container nicht mitgenommen werden kann, muss abgeladen werden. Das kommt in der Praxis öfter vor, als man denkt. Und es kostet Zeit und Nerven auf beiden Seiten.
Gewicht und Volumen – Warum schwere Materialien nur in kleine Container dürfen
Ein häufiger Fehler entsteht schon bei der Bestellung. Wer einen 10-Kubikmeter-Container für Erdaushub oder Beton bestellt, liegt oft daneben. Diese Materialien mit hoher Dichte werden sehr schnell sehr schwer. Selbst wenn der Container nicht bis zum Rand gefüllt wird, ist er wegen der Dichte des Materials schon vorher überladen.
Deshalb klären wir mit unseren Kunden schon bei der Auftragsannahme, welcher Weg für ihn der sicherste ist. Bestellt ein Kunde zum Beispiel einen 10-Kubikmeter-Container für Boden, empfehlen wir ihm einen 7er. Weniger Volumen bedeutet weniger Gewicht und der Container bleibt transportfähig. Bei Beton gilt das genauso. Die Beratung erspart dem Kunden einige Probleme, vor allem aber dass der Fahrer vor Ort sagt: „Zu schwer, darf ich nicht mitnehmen.“
Natürlich gibt es auf Baustellen keine Waage. Dann schätzt der Fahrer, ob ein Container zu schwer ist. Er kann das mit seiner Erfahrung und nach Augenschein recht genau. Spätestens auf der Waage am Entsorgungsstandort zeigt sich dann das tatsächliche Gewicht. Die Differenz zwischen Voll- und Leergewicht ergibt das sogenannte Tendenzgewicht und danach wird abgerechnet.
Trennen lohnt sich, denn sortenreine Beladung reduziert Kosten
Laut Gewerbeabfallverordnung (GewAbfV) sind Betriebe grundsätzlich verpflichtet, ihre Abfälle zu trennen – Ausnahmen bestehen nur bei technischer Unmöglichkeit oder wirtschaftlicher Unzumutbarkeit. Aber auch wirtschaftlich macht es Sinn: Je sauberer die Trennung, desto weniger Nachsortierung ist nötig und desto günstiger wird die Abfallentsorgung.
Wir sind ein Recyclingunternehmen. Unser Ziel ist, alle Wertstoffe in ihre Grundposition zurückzuführen. Ein Stein wird wieder ein Stein, ein Stück Holz wird wieder Holz. Dafür muss das Material getrennt bei uns ankommen.
Wer einen Holzcontainer bestellt und 40 Prozent Steine dazuwirft, hat keinen Holzcontainer mehr, sondern einen Fehlwurf. Das fällt spätestens bei der Abholung auf. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder der Kunde sortiert nach. Oder wir nehmen den Container mit und deklarieren ihn um. Das heißt: Das Material wird als Mischcontainer abgerechnet und damit deutlich teurer. Der Grund: Das Material muss bei uns nachsortiert werden. Dazu übernehmen Bagger die grobe Vorsortierung und unsere Anlagen übernehmen rund 90 Prozent der feinen Sortierung. Der Rest ist Handarbeit. All das kostet und wir stellen es – leider – dem Kunden in Rechnung. Allerdings ist alles transparent.
Wir dokumentieren Fehlbeladungen mit Fotos. Zunächst erstellt der Fahrer vor Ort Aufnahmen, dann die Mitarbeiter nochmals in der Anlage. So ist für beide Seiten nachvollziehbar, welches Material wirklich im Container war.
Gefährliche und ungefährliche Abfälle – Niemals mischen
Der wichtigste Grundsatz bei der Containerbeladung: Gefährliche und ungefährliche Abfälle dürfen niemals vermischt werden. Der Grund ist einfach zu verstehen: Jeder ungefährliche Abfall, der mit gefährlichem Material kontaminiert wird, muss als gefährlicher Abfall entsorgt werden. Und gefährliche Abfälle haben einen deutlich teureren Entsorgungsweg.
Ein gutes Beispiel ist Dachpappe. Früher wurde in der Dachpappenproduktion häufig Teer und teilweise sogar Asbest verwendet. Deshalb ist Dachpappe grundsätzlich analysepflichtig. Erst eine Laboranalyse zeigt, welches Material tatsächlich enthalten ist und ob es sich um einen Fall für die Asbest-Entsorgung handelt. Ohne Analyse wird das Material nicht abgefahren. Da machen wir keine Ausnahmen.
Manche Kunden verstehen das nicht. Die sagen dann auch schon mal: „Aber wissen Sie, mein bisheriger Entsorger, der hat da nicht lange gefragt!“ Solche Sätze höre ich regelmäßig und ich erkläre dann gern: Wir brauchen die Analyse, weil sich Dachpappe ohne Untersuchung rechtlich nur als potenziell gefährlicher Abfall einstufen lässt. Alles andere wäre weder rechtssicher noch verantwortungsvoll. Und dann verstehen es die meisten.
Ein Haus entkernen – So sieht die Praxis aus
Nehmen wir ein typisches Beispiel: Ein Mehrfamilienhaus von 1922 wird entkernt. Dach, Dachstuhl, Wände, Trockenbauwände, Bodenplatte, alles muss raus. Tatsächlich sollte es einen separaten Container für jedes Material geben: Dachpfannen gehen als Bauschutt in die Bauschutt-Entsorgung, der Dachstuhl als Holz in die Holz-Entsorgung, Gipskarton als separate Sorte, die Bodenplatte als Beton. Insgesamt gibt es über 90 verschiedene Abfallsorten im Gewerbebereich.
Wenn die Platzverhältnisse es zulassen, stellen wir unseren Kunden auch fünf oder sechs Container gleichzeitig vor Ort. Ist der Platz knapp, arbeitet man am besten in Etappen: Erst das Dach abbrechen und abfahren, dann den Dachstuhl, dann die Wände. Wem das zu aufwendig ist, kann auch alles gemischt in einen Container werfen. Dann wird es als Baumischabfall abgefahren und bei uns nachsortiert. Das ist zwar einfacher, aber teurer.
Bei Kunden, die sich kaum auskennen, mache ich auch Vor-Ort-Termine. Wir gehen dann gemeinsam durch, was anfällt, in welcher Reihenfolge abgebrochen wird und welche Container wann stehen müssen. Bei Privatleuten, die ein größeres Projekt planen, empfehle ich häufig, eine Fachfirma für den Rückbau zu beauftragen. Die kennen die Abläufe und wissen, wie man richtig trennt.
Mein Fazit
Die drei wichtigsten Regeln beim Beladen eines Containers sind: Erstens, gefährliche und ungefährliche Abfälle niemals mischen. Was einmal kontaminiert ist, wird als gefährlicher Abfall entsorgt. Und das wird teuer. Zweitens, Materialien möglichst sortenrein halten. Holz zu Holz, Stein zu Stein. Je sauberer die Trennung, desto weniger Nachsortierung und desto günstiger die Entsorgung. Drittens, die Ladekante einhalten und bei schweren Materialien den richtigen Container wählen. Lieber eine Nummer kleiner, dafür transportfähig.
Wenn Sie unsicher sind, rufen Sie Ihren Entsorgungspartner an. Ein kurzes Gespräch bei der Bestellung klärt die meisten Fragen. Und dieses Gespräch erspart Ihnen die Situation, dass der Fahrer den Container nicht mitnehmen kann.
FAQ – Häufig gestellte Fragen
Der Fahrer prüft vor Ort, ob der Container transportfähig ist. Ragen Gegenstände über den Rand, darf er nicht fahren. Der Kunde muss dann abladen, bis der Container sicher transportiert werden kann.
Bestellungen bis 14 Uhr werden für den Folgetag eingeplant. Ab 14 Uhr startet die Disposition mit der Tourenplanung. Eilaufträge am gleichen Tag oder nächsten Morgen sind möglich, sofern Kapazitäten frei sind.
Im Privatkundensegment wird in der Regel nach Kubikmetern abgerechnet. Der Fahrer schätzt die Füllmenge per Augenschein. Bei Großkunden kann nach Tonnage abgerechnet werden. Dann wird der Container auf der Waage ein- und wieder ausgewogen.
Boden und Beton haben eine sehr hohe Dichte. Ein 10-Kubikmeter-Container wäre bei voller Befüllung zu schwer für den Transport. Deshalb empfehlen wir bei solchen Materialien maximal einen 7-Kubikmeter-Container.
Wenn ein Container anders befüllt wird als bestellt – zum Beispiel Steine im Container für Holzabfall liegen – wird er umdeklariert. Das Material muss nachsortiert werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Die Nachberechnung richtet sich nach dem tatsächlichen Inhalt.
Ja. Dachpappe kann Teer oder Asbest enthalten. Deshalb ist eine Analyse erforderlich, um die sichere Einstufung vorzunehmen. Erst nach einer Laboranalyse steht fest, ob es sich um gefährlichen oder ungefährlichen Abfall handelt. Ohne Analyse wird das Material nicht abgefahren.
Grundsätzlich ja, aber dann wird der Container als Baumischabfall abgerechnet. Die Entsorgungskosten sind deutlich höher, weil das Material nachsortiert werden muss. Gefährliche Abfälle dürfen niemals mit ungefährlichen gemischt werden.
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